Imkerinnen und Imker Bern und Umgebung
 
 

Lehr- und Leihbienenstand

Das Insektensterben geht weiter. Die Ursachen sind mannigfaltig: Umweltbelastung durch Pestizide,

Verschwinden von Lebensräumen, zu einseitiges oder zeitlich zu kurzes Nahrungsangebot durch intensive
Landwirtschaft und öde Gärten, Einfluss der Varroa-Milbe und Haltungsfehler durch die Imkerschaft.
Dabei zeigt sich immer deutlicher, dass bei den Honigbienen die beiden letzten Punkte die grössten Einflussfaktoren sind.

Dies zeigt, wie enorm wichtig die zweijährige Grundausbildung der angehenden Imkerinnen und
Imker ist. Hierbei spielen Lehrbienenstände eine zentrale Rolle. In der Schweiz gibt es mehrere
Dutzend, alleine im Kanton Bern aktuell zehn. In Bern möchten wir auch einen Lehr- und Leihbienenstand aufbauen. 

In einer Stadt wie Bern kommt hinzu:

  • Wegen des Insektensterbens und wegen des gestiegenen Umweltbewusstseins in der Bevölkerung liegt die Bienenhaltung hier ganz besonders im Trend. In Bern haben die Bienenstände in den letzten 10 Jahren stark zugenommen, die Bienendichte ist mit über 12 Völkern pro km 2 viel zu hoch: Die Futterkonkurrenz unter den Honigbienen – aber gleichermassen zwischen Honig- und Wildbienen – ist ungesund und gleichzeitig ist die Seuchengefahr sehr gross.
  • In Städten dominiert die Haltung in Magazinen (Einzelbeuten, nicht in Bienenhäusern)


Fotos: Copyright Transa Backpacking AG / Noah Raaflaub


Mit unserem sich im Aufbau befindenden Lehr- und Leihbienenstand in der Stadt Bern verfolgen wir drei Ziele:


1. Aus- und Weiterbildung

Neuimkerinnen und Neuimker können fachlich fundiert, umfassend und mit grosser Sorgfalt auf die
Haltung von Bienen in der Stadt vorbereitet werden. NeuimkerInnen sollen vom Druck entlastet werden, zwecks Praxisbezug während der Ausbildung rasch eigene Völker anzuschaffen: Die Quote der Kursabbrechenden ist Jahr für Jahr erheblich und dann muss entweder für die betreffenden Bienenvölker eine Lösung gefunden werden oder sie werden vernachlässigt, was in der Stadt mit ihrer hohen Bienendichte ein zusätzliches Risiko für Seuchen und unnötige Futterkonkurrenz darstellt. Die Bienenvölker auf dem Ausbildungsareal gehören dem Lehrbienenstand, daher auch der Name „Lehr- und Leihbienenstand LLIB“: Interessierte NeuimkerInnen betreuen auf dem Lehrbienenstand für die Dauer des zweijährigen Grundkurses zu zweit und unter Anleitung eines Betriebsberaters/einer Betriebsberaterin ein Volk und probieren aus, ob dieses Hobby nachhaltig betrieben werden kann. Sowohl für die angehenden Imkerinnen und Imker als auch für Kursabbrechende wird aufgezeigt: Was können wir alle für die Natur und Biodiversität sonst noch tun? Ergänzend zur - oder anstelle - einer eigenen Imkerei. Die Weiterbildungen mit Praxisbezug für erfahrene ImkerInnen können ebenfalls auf dem LLIB durchgeführt werden.


2. Sharing economy

Der Ansatz „sharing economy“ ist für die zahlreichen städtischen Kleinimkereien von Bedeutung:

Bisher fehlte ein Raum, um die erforderlichen und teuren Geräte lagern und betreiben zu können. Dazu gehören teure und platzraubende Utensilien wie Honigschleuder, Dampfwachsschmelzer, Material zur professionellen Reinigung von Magazinen etc.

3. Öffentlichkeitsarbeit
Mit dem LLIB soll aktive und passive Medienarbeit geleistet werden: 

Interessierten Medienschaffenden können in geeigneter Umgebung und auf kleinem Raum Zusammenhänge aufgezeigt werden und IB kann aktiv Audio- und Video-Clips zu bestimmten Themen erstellen und kommunikativ gezielt einsetzen. Damit können wir auch eine Plattform bieten für Quartierorganisationen und Schulen.

Aufbau und Betrieb des LLIB


Eine Kommission des Vorstandes von IB führt die nötigen Aufbauarbeiten, nach Abschluss des Aufbaus dann den geregelten Betrieb. Hierfür besteht ein von der Hauptversammlung genehmigtes Reglement. Unter dem Lead des Projektleiters (und Betriebsberaters) Stephan Hirschi erarbeitete eine siebenköpfige Gruppe ein Betriebskonzept, ein etappiertes Investitionskonzept sowie ein Fundraising-
Konzept und ist nun an der schrittweisen Umsetzung.


Unterstützen Sie den LLIB


Falls Sie unser Projekt unterstützen möchten – wofür wir sehr dankbar sind – gibt es folgende Möglichkeiten:


  • Spende: einmalig oder regelmässig auf unser Konto

Imkerinnen und Imker Bern und Umgebung
Käthi Plüss, Rechnungsführerin
Riedernstrasse 102
3027 Bern
PC-Konto: 60-747220-7 / IBAN CH67 0900 0000 6074 7220 7
Vermerk: „Spende LLIB“
Spenden ab CHF 200.- vermerken wir gerne auf unserer Donatorentafel.


  • Patenschaft über ein Bienenvolk des LLIB

Mit CHF 200.- pro Volk und Jahr schreiben wir das Magazin Ihres Patenvolkes mit Ihrem Namen/Firmenlogo an und zeigen Ihnen gerne auch vor Ort, wie es ihrem Patenvolk geht.

Für Rückfragen und weitere Auskünfte zu Unterstützungsmöglichkeiten:
Felix Gerber, 076 563 05 55 oder felix.gerber@bienen-bern.ch



Transa unterstützt das Projekt


Die Outdoor-Marke Transa unterstützt das Projekt bereits. Hier gehts zum Artikel im aktuellen Transa-Magazin: https://www.transa.ch/beratung/fuer-das-kleine-ganze/?fbclid=IwAR32BpwMdXHUzaAljmM7R6j2R-FREsvFEnGDwEFm7EDVVqmw-r5W5WJfF7c